DJ 1X1: Erste Hilfe bei Signal Problemen

WARNUNG: Der folgende Tipp ist nur im äußersten Notfall anzuwenden und für jegliche Schäden, Folgeschäden an Mensch, Tier, Seele und Equipment übernehme ich keinerlei Verantwortung!

Oft genug habe ich in den unterschiedlichsten Locations über die letzten Jahren erlebt, dass beim Montieren meiner Systeme auf den handelsüblichen Plattenspielern (1210er), ungewollt Signal-Dropouts und Probleme zu Tage kamen. Die Systemnadeln (Shure M44-7) waren neu. Die Verkabelung tight und sonst gab es auch keine eindeutigen Fehlerquellen. Daher fiel mein kritischer Blick direkt auf die Plattenspieler, welche oft schon einige Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte bereits auf dem Buckel haben. Und gerade hier waren oft die Tonarm-Kontakte ziemlich korrodiert, verklebt oder abgenutzt.

Nun ist dies wirklich ein Problem. Gerade weil die meisten Clubeigentümer und Techniker sich nicht gerne mit den „alten“ Plattenspielern befassen und in den üblichen kleinen Clubs kaum Ersatzplattenspieler vor Ort sind, stellt sich die Frage: Was tun? Um diesem einwenig Abhilfe zu schaffen, habe ich mir vor einigen Jahren von einem hilfsbereiten Mitarbeiter in einem kleine Club folgenden „Trick“ abgeguckt, der zwar im Grunde üblich, aber doch relativ unbekannt ist.

Es ist im Grunde genommen ganz einfach: Man bestellt sich an der Theke einen 2cl hochprozentigen klaren Alkohol. Auf gar keinen Fall irgendetwas gesüßtes! Meine Vorliebe: Ein trockener Wodka. Keinen Whiskey oder Sambuca. Dazu bedient man sich einer nicht benutzen Zigarette, bzw. den Filter. Dieser wird zuerst zwischen Daumen und Zeigefinger leicht aus dem Zigarettenpapier herausgelöst.

Der so erhaltene Filter hat die perfekte Passform für den Tonarm. Diesen nun vorsichtig in die Flüssigkeit eintunken. Der Filter sollte nur leicht befeuchtet sein. Darüber hinaus darf er absolut keinen Kontakt zu Staub o.ä. haben. Danach – ohne jegliche Kraft aufzuwenden – die angesprochenen Kontakte leicht abtupfen, um diese von Staub, RedBull und ähnlichem zu befreien. Natürlich ist dies nicht die „technisch“ vertretbare Methode. Für den Heimgebrauch ist davon definitiv abzuraten. Da solltet ihr eher zu Isopropanol (aus der Apotheke) und einem handelsüblichen Q-Tip greifen.

Dabei solltet ihr beachten, dass ihr niemals weder in den Tonarm reinpustet (Speichel ist ziemlich aggressiv), noch irgendwelche Kontakte anleckt. Niemals! Dies ist definitiv der Tod für Euer eigenes Gear. Daheim könnt ihr eure eigenen Systeme regelmässig mittels Reinigungsalkohol säubern. Das ist wie Schuhe putzen. Wer sich regelmässig um seinen Kram kümmert, hat Jahre was davon. Ich persönlich benutze zum Beispiel meine Headshells mit den Shure-Systemen bereits knapp über neun (9!!!!) Jahre und bin glücklich wie am ersten Tag.

Wie all die Pflege genau auszusehen hat,  wird hier ziemlich detailiert und verständlich erklärt:

James warnt hierbei vor der Nutzung von Wodka oder ähnlichen Spirituosen, aber leider muss man sich im Cluballtag irgendwie zu Helfen wissen. Und meiner Erfahrung nach, habe ich lieber bisschen Wodka am Equipment, als Cola- und Redbullreste. James nutzt hierbei einen handelsüblichen CD-Reiniger (normalerweise 70% Alc.) und eine Politur, welche nicht auf Silikonbasis ist.

Falls Ihr evtl. eine andere Idee habt zu diesem Thema, schreibt mir doch was bei Facebook rein oder direkt hier unten in die Kommentare. Ich wollte in naher Zukunft regelmässig ähnliche Tipps und Tricks für Anfänger und Fortgeschrittene niederschreiben. Wenn Ihr Ideen, Fragen und Anregungen für weitere Themen/Probleme habt, freue ich mich natürlich um so mehr darüber zu schreiben. Also immer her damit!

So long: Live loud and prosper. P.

Titelbild: http://www.dj-rooms.com/the-miracle-technics-1200s-turntables/